05. Sep 2019 | Aktuelles

Letzte Woche ging unser deutsch-taiwanesischer Jugendaustausch in Berlin zu Ende. Nachdem wir mit 6 deutschen Jugendlichen 2018 in Taiwan waren, durften wir vom 20.08.2019 bis zum 29.08.2019 unsere Gäste zum Gegenbesuch in Deutschland begrüßen.

Vielen Dank an die Eltern, die sich herzlich um die Austauschpartner gekümmert haben und ohne die diese Begegnung nicht möglich gewesen wäre. Sie war für beide Seiten eine Bereicherung und hat für mehr Verständnis für die eigene Kultur –und auch für die Kultur des anderen gesorgt. So haben die Jugendlichen Freunde auf der anderen Seite der Erde gewonnen.

Unser Programm

Die Jugendlichen der DTU erwarteten ihre Austauschpartner am späten Abend des 20. Augusts am Flughafen in Berlin ganz gespannt mit einem selbst gestalteten Banner. Die erste Begegnung nach dem Wiedersehen verlief etwas schüchtern. Nachdem sich alle Partner gefunden, die Eltern begrüßt und Fotos geschossen wurden, ging es das erste Mal mit der Gastfamilie nach Hause.

Das Gruppenprogramm am nächsten Tag startete mittags bei typisch deutscher Küche. Anschließend wurden wir in der taiwanesischen Vertretung von dem stellvertretenden Botschafter in Empfang genommen. Unseren Willkommensworkshop konnten wir ebenfalls in den Räumlichkeiten der taiwanesischen Vertretung durchführen. Herzlichen Dank dafür an die Vertretung und an Frau Sun, Yin für die Organisation. Hier lernten sich unsere Young Leader besser kennen und besprachen und bereicherten den Ablauf der folgenden Tage mit ihren Ideen. Der Tag wurde mit einer Stadt-Rallye durch Berlin abgerundet, bei der die Jugendlichen allerhand Sehenswürdigkeiten näher erkunden mussten, um mit Teamarbeit ans Ziel zu gelangen.

Die weiteren Programmtage waren geprägt von Kultur, Geschichte, und Freizeit zum Selbsterkunden. Der Besuch der East-Side-Gallery und der Gedenkstätte zur Berliner Mauer an Tag Zwei regten zum Nachdenken an. Mut, Kraft und Ausdauer wurden beim Klettern in Berlins „Mount Mitte“ von den Jugendlichen gezeigt.

Das Spionage-Museum erlaubte am dritten Tag einen spannenden Blick auf die Zeit des Kalten Krieges in Berlin und erlaubte spaßige Momente beim Verkleiden zu Undercover Agenten und beim Lösen einer der vielen interaktiven Stationsaufgaben. Vor allem beim Laser-Parkour bewiesen viele der Jugendlichen großen Ehrgeiz. Die Motivation hielt an bis zum Escape-Room am Nachmittag. Hierbei war die besondere Herausforderung die englische Kommunikation der Teammitglieder unter Zeitdruck. Das gelang gut, aber reichte noch nicht für alle Teams zum Erfolg.

Das Wochenende konnte mit den Gastfamilien frei gestaltet werden. Die Gruppe der Young Leaders verstand sich ausgezeichnet und organisierte selbständig ein eigenes Programm – inklusive Berlinpanorama mit Sonnenuntergang vom Fernsehturm aus.

Nach dem Wochenende ging das Gruppenprogramm im Berlin Dungeon weiter. Hier gruselten und erschreckt sich einige sehr und erlebten hautnah die Entstehungsgeschichte Berlins. Weniger schaurig war die Führung durch das Berliner Abgeordnetenhaus und der Bewegungsworkshop vor dem Reichstag. 

Die letzten zwei Tage verbrachten wir im preußisch geprägten Potsdam bei einer Tour durch den Park von Schloss Sanssouci. Am Nachmittag des vorletzten Tages wurde es sportlich beim Ballspielen und anschließendem Taekwondo-Training.

Den letzten Tag nutzen wir, um bei der Abschiedssession den Austausch Revue passieren zu lassen und um Raum für Feedback zu geben und die gemeinsame Zeit auszuwerten. Nach der mehrstündigen Arbeitsphase konnten die Young Leader bei einem Picknick im Neuen Garten am Heiligen See den warmen Sommertag und die letzten Stunden in der Gruppe genießen. Zum Abschluss durften sich die Jugendlichen beim Bowlen auspowern. Diese Aktivität hatten sie sich einhellig am ersten Tag als Abschlussfeier gewünscht. Für die taiwanesischen Jugendlichen war dies eine besondere Erfahrung da, wie unsere deutschen Teilnehmenden lernten, es nicht so selbstverständlich ist wie bei uns, bei Feierlichkeiten Bowling zu spielen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns zum letzten Mal und diesmal etwas wehmütig am Flughafen, um unsere Freunde zu verabschieden. Es war wirklich eine schöne Zeit.

Bericht/Fotos: Linda Debray (Betreuerin)