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17. Mai 2018 | Sportpolitik

Vom 11.05. – 13.05.2018 fand in der Jugendherberge Mannheim das Einsteiger-Seminar für DSJ-Juniorbotschafter/innen statt.

Ziel und damit Hauptteil der Veranstaltung war es, den 26 angehenden und schon erfahrenen Juniorbotschaftern ein Problembewusstsein zur Dopingproblematik zu vermitteln. Veranstaltet wurde das Seminar von der Deutschen Sport Jugend (dsj) unter Leitung von Prof. Dr. Gerhard Treutlein, eine der führenden Persönlichkeiten bei Dopingprävention und Aufklärung.

Am Freitag stand das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund.
Nach dem Abendessen referierte Thomas Moschner zum Thema mentale Stärke – „Ihr seid stärker als Ihr denkt“. Dabei ging es vordergründig darum, uns in das Heidelberger Kompetenzmodell einzuführen.

Samstag früh stand die Entwicklung des Problembewusstseins und das Erlernen von überzeugendem Argumentieren im Vordergrund. Dazu durften wir selbst tätig werden und in kleinen Gruppen Diskussionen über die Freigabe von Dopingmitteln führen, wobei wir die uns zugeteilten Rollen annehmen und unsere Argumente überzeugend darstellen mussten. Am Nachmittag sensibilisierte Prof. Dr. Gerhard Treutlein uns für den Begriff Dopingmentalität, wie diese entsteht und warum es wichtig ist bereits im Kindesalter hier mit der Prävention anzusetzen. Denn Dopingmentalität bedeutet die Bereitschaft seine eigene Leistung, sowohl im sportlichen als auch im gesellschaftlichen Bereich, durch künstliche Substanzen oder Methoden zu steigern.
Dazu zählt auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) und Schmerzmitteln ohne diese von einem Arzt aufgrund von Defiziten verordnet bekommen zu haben. Karen Blank, selbst ehemalige Teilnehmerin an einem solchem Seminar, erklärte uns die Wirkungen einzelner NEM und Schmerzmittel aber auch welche Risiken und Gefahren sie mit sich bringen. Highlight des Tages waren nun die Erfahrungsberichte von Andreas Strepenik, Journalist der Badischen Zeitung aus Freiburg und Aufklärer im Fall der Freiburger Sportmedizin, sowie von Alwin Wagner, ehemaliger Diskuswerfer in der BRD. Wagner hatte in den 70er- und 80er-Jahren selbst gedopt, wurde von den Trainern dazu überredet, und kämpft nun sehr aktiv gegen Doping, da er die Konsequenzen der Einnahme verschiedener Substanzen am eigenen Körper spüren musste (zweimalige Krebserkrankung).

Der Abend wurde noch einmal interaktiv.

Wir durften ein Projekt, welches von zwei Juniorbotschafterinnen ins Leben gerufen wurde, unterstützen. Unter dem Motto „Wir laufen ohne – Und ihr?“ zogen wir mit Flyern los und sprachen die Teilnehmer des Mannheimer Dämmermarathons an, um sie über das Thema Schmerzmitteleinnahme vor oder während eines Laufs zu befragen, uns mit ihnen zu unterhalten und sie über die sehr gefährlichen Nebenwirkungen aufzuklären.

Daraus entstanden teils sehr interessante Gespräche und wir sind oft auf offene Ohren gestoßen.

Am Sonntag durften nun alle von ihren Erlebnissen am vorherigen Abend erzählen und die die Leute auf dieses doch noch sensible Thema reagiert haben. Positiv war, dass keiner der Befragten angegeben hat, Schmerzmitteln zu nehmen oder genommen zu haben. Jedoch berichteten vereinzelt Läufer, selbst im Trainingsumfeld davon etwas mitzubekommen. Zum Schluss wurden wir nun noch gebeten ein Feedback zum Wochenende zu geben.

Es war wieder mal eine sehr interessante Veranstaltung und es ist schön zu sehen, dass sich so viele junge Sportler in der Pflicht sehen gegen Doping und Medikamentenmissbrauch aktiv zu werden. Denn nur durch flächendeckende Präventionsmaßnahmen kann man dem Problem Doping begegnen und auf lange Sicht auch Erfolge verzeichnen.